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Aus dem Sanella-Album Australien Neuseeland |
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Als wir am Abend mit einem Motorboot durch die große Hafenbucht kreuzen, deutet Freddy am Hafeneingang auf eine flache Felsterrasse. "Die hat es vor 100 Jahren hier noch nicht gegeben. 1855 wurde die Küste von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Eine riesige Flutwelle wälzte sich plötzlich, von der Cookstraße kommend, in den Hafen. Der Boden zitterte und dröhnte, und dann - hob er sich. In der Stadt selbst nur um etwa zwei Fuß, hier unmittelbar an der Küste aber um fast drei Meter. Weiter im Norden, im Awateretal, klafften meilenlange Risse im Boden. Die Menschen glaubten, die Welt würde untergehen! Viele der weißen Siedler hatten noch nie ein Erdbeben erlebt. Anscheinend hatte ein Vulkanausbruch auf dem Meeresgrund die Katastrophe ausgelöst, denn noch tagelang trieben tote Fische auf dem Wasser. Genaue Messungen, die man später anstellte, ergaben, daß sich tief unten vor der Hafeneinfahrt ein großer Krater befindet." Freddy lacht, als wir uns ein wenig mißtrauisch nach der Küste umsehen: "Keine Angst! Seit Jahrzehnten haben wir hier in dieser Ecke keine größeren Erdbeben gehabt. Warum sollte gerade heute wieder eins kommen?" |
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Mitten drin im Hexenkessel Zwei Tage sind wir jetzt unterwegs. Wo es uns gefiel, haben wir angehalten und unsere Zelte aufgeschlagen. Ich bin überrascht, wie viele kleine Farmen rechts und links von der Straße liegen. Kühe und Schafe weiden überall, obwohl es jetzt Winter ist. Aber es ist gar nicht kalt, und die Weiden sind prächtig grün. Als Insel hat Neuseeland ein sehr mildes Klima, und außerdem liegt es auf derselben Breite im Süden wie Spanien auf der nördlichen Halbkugel. Allerdings regnet es ein bißchen viel. In den Flußtälern sind große Weideflächen überschwemmt. Heute morgen halfen wir einem Mann, dessen Schafe bis zum Bauch im Wasser standen, die Tiere auf einen trocknen Grasstreifen zu treiben. "Die Wiesen sind unser wichtigstes Kapital hier in Neuseeland. Aber sie dürfen natürlich nicht unter Wasser stehen!", lacht er.. "Doch der Winter dauert ja keine Ewigkeit!" Jetzt im Augenblick ist es trocken. Dichter, saftiggrüner Wald umgibt uns, unterbrochen von kleinen, schnellfließenden Flüssen und tiefeingeschnittenen Tälern. "So viele Wasserfälle, Stromschnellen und Farnkräuter habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen!" staunt Klaus. |
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Als die Straße eine weite Hochfläche erreicht, tauchen am Horizont einige schneebedeckte Berggipfel auf. "Das ist der Ruapehu. Mit rund 2800 Metern ist er der höchste Berg der Nordinsel", erklärt Freddy. "Er ist ein Vulkan, hat sich aber schon seit ein paar hundert Jahren nicht mehr gerührt. Das will zwar nicht viel heißen. Denn auch der Tarawera, weiter im Norden, galt bis 1886 als erloschener Vulkan. Dann eines Morgens gab es einen Heidenkrach, und der ganze Berg flog auseinander. |
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